Vom 15. bis zum 17. Oktober 2024 fand mit der Smart Country Convention in Berlin wieder eine der führenden Messen im Bereich der Digitalisierung der Verwaltung und der Entwicklung von Smart Cities statt. Auf mehr als sieben größeren und kleineren Bühnen vermittelten nationale und internationale Speakerinnen und Speaker eine Mischung aus Expertenwissen, Inspiration und Denkanstößen zur digitalen Transformation des öffentlichen Raums. Digitale Lösungen und Anwendungen werden für die Teilnehmenden erlebbar gemacht - Digitalisierung zum Anfassen. In interaktiven Workshops und Seminaren tauchen die Teilnehmenden in Zukunftsthemen ein und erhalten digitales Know-how aus erster Hand. Networking Areas und Satellitenveranstaltungen boten zahlreiche Anknüpfungspunkte, um wertvolle Kontakte mit spannenden Menschen zu knüpfen.
Formate des DStGB und des Innovators Club
Im Panel auf der Main Stage zum Thema „Daten-Dilemma“ diskutierte Alexander Handschuh, Beigeordneter und Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, mit Ralph Spiegler (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nieder-Olm und 1. DStGB-Vizepräsident), Dr. Christian Humborg (Geschäftsführender Vorstand Wikimedia Foundation Deutschland), Florian Jeggle (Head of Customer Engineering, Public Sector Deutschland Google Cloud) sowie Univ.-Prof. Dr. Anne Paschke (Direktorin des Instituts für Rechtswissenschaften und Leiterin des Digital Innovation and Transformation Law Hub an der TU Braunschweig). Dabei ging es um die Frage, wie man den Datenschatz der Kommunen besser generieren, nutzen, teilen und weiterentwickeln kann.
Alexander Handschuh, Moderator der Runde, unterstrich, dass gute Datenqualität die Voraussetzung für KI-Anwendungen, datenbasierte Entscheidungen und die Etablierung neuer, sektorenübergreifender Lösungen ist.
Univ.-Prof. Dr. Anne Paschke plädierte für Mut, Dinge anders zu priorisieren. Man müsse mit kleinen Projekten starten und dann skalieren. Man dürfe die Aufgabe, Digitalisierung umzusetzen, nicht ausschließlich den Privaten überlassen: „Das muss aus den Kommunen selbst kommen.“
Die Bedeutung der Städte und Gemeinden bei der Weiterentwicklung der Datennutzung stellte auch Ralph Spiegler heraus. Er plädierte dafür, mehr zu erproben und auch unter den Kommunen mehr voneinander abzuschauen, zu lernen und auszutauschen. Dabei dürfte man die Erwartungen aber nicht zu hochschrauben und uns auch nicht zu schnell entmutigen lassen: Auch kleine Erfolge seien wichtig.
„Öffentliche Daten nutzen, private Daten schützen" – das gab Dr. Christian Humborg in der Diskussion als Leitgedanke aus. Menschlicher Fortschritt sei nur mit offenen Daten möglich. Dafür müssten dringend systematisch Datenstrategien aufgebaut werden.
Florian Jeggle zeigte in der Diskussion die Möglichkeiten privater Anbieter auf, öffentliche Daten für Projekte auf der kommunalen Ebene zu nutzen.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund setzte sich mit und in der Diskussionsrunde „Das Daten-Dilemma” für eine breite Diskussion dazu ein, wie die Rückstände bei der Digitalisierung aufgeholt werden können.
Ein Video-Mittschnitt des gesamten Panels kann hier angeschaut werden.
Innovators Club Panel
Im Format des Innovators Club unter dem Titel „Neue Datenquellen für die Kommune“ diskutierte Jan Strehmann (Referatsleiter für Mobilität und Wirtschaft, Deutscher Städte- und Gemeindebund / Innovators Club) mit Sina Wenning (Radverkehrskoordination, Region Hannover) und Dirk Mühlenweg (Leiter Geschäftsbereich Öffentlicher Sektor Deutschland, Österreich und Schweiz, Mastercard) darüber, wie Städte und Gemeinden neue Datenquellen erschließen und nutzen können und welche Herausforderungen dabei entstehen.
Das diesjährige Format der Ideenschmiede des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, beleuchtete dies anhand von zwei Beispielen. Betrachtet wurde, wie die Region Hannover mittels einer Fahrrad-App Informationen zur Nutzung der Radinfrastruktur ermittelt und wie dieses Angebot bei den Nutzenden, der Verwaltung und der Politik ankommt. Sina Wenning betonte dabei, dass insbesondere eine Aufbereitung der Daten für die verschiedenen Zielgruppen und Nutzungen von Bedeutung sind. Vorgestellt wurde zudem eine gemeinsame Initiative von Mastercard und der CIMA, die smarte Datensätze nutzt, um tiefere Einblicke in wirtschaftliche Entwicklungen und Konsumentscheidungen von Städten zu gewinnen. Dirk Mühlenweg betonte hierbei die Kombination aus fundierten Standortdaten und anonymisierten Payment-Daten. So lassen sich beispielsweise auch Auswertungen zu verkehrlichen Maßnahmen auf die Innenstadt- und Konsumentwicklung treffen. Beide Referierenden betonten die Potenziale zusätzlicher Daten sowohl für die Verkehrsentwicklungsplanung als auch für die Zentren- und Handelsentwicklung.